Oxfam: Gelder der Weltbank fließen in Steueroasen

 

 

 

 

 

 

 

 

„Es ist aberwitzig, dass die Weltbank einerseits Geld ausgibt, damit Unternehmen in Entwicklung investieren und es andererseits zulässt, dass ihre Kreditnehmer arme Länder um die steuerlichen Früchte dieser Investitionen prellen“, sagt Tobias Hauschild, Referent für Steuergerechtigkeit und Entwicklungsfinanzierung bei Oxfam Deutschland. Ein solches Risiko dürfe die Weltbank nicht eingehen. „Sie muss sicherstellen, dass Unternehmen, die von der IFC Geld erhalten, ihre Gewinne ordnungsgemäß versteuern.“

In dem Bericht „The IFC and Tax Havens“ fordert Oxfam die Weltbank und deren Tochterunternehmen IFC auf, neue Finanzierungsstandards einzuführen, die ihre Kreditnehmer wirksam auf Steuertransparenz und eine sozial verantwortliche Steuerpraxis verpflichten. Weltbankpräsident Jim Yong Kim selbst hatte im vergangenen Oktober multinationale Konzerne kritisiert, die ihre Steuern nicht dort zahlen, wo sie eigentlich anfallen. Steuervermeidungsstrategien nannte er „eine Form der Korruption, die die Armen schädigt“.

Die IFC hat zwischen 2010 und 2015 mehr als 86 Milliarden US-Dollar öffentliche Gelder in Entwicklungsländer investiert, 18,6 Prozent davon in Afrika südlich der Sahara. Oxfam hat nur die Kreditnehmer überprüft, die in die ärmste Weltregion investieren. Es gebe aber keine Anhaltspunkte dafür, dass die Verteilung in anderen Regionen signifikant abweiche, erklärte die Organisation.

Brights - Die Natur des Zweifels

Der Weltbankpräsident selbst nennt Steuervermeidung „Korruption“. Doch drei Viertel der Firmen, die 2015 Kredite der Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC) für Projekte in Subsahara-Afrika bezogen, nutzen Steueroasen.

greenpeace magazine

Das ergibt ein Bericht, den die Entwicklungsorganisation Oxfam zwei Tage vor der am Mittwoch beginnenden Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank veröffentlich hat. Demnach haben 51 der 68 Unternehmen geschäftliche Verbindungen in mindestens eine Steueroase wie Mauritius oder Jersey, ohne dass sich diese Verbindungen mit dem Kerngeschäft erklären ließen.

Die betreffenden Firmen, überwiegend multinationale Konzerne oder deren Tochterunternehmen, haben nach Angaben von Oxfam im vergangenen Jahr insgesamt 84 Prozent aller IFC-Investitionen für das südliche Afrika erhalten. Damit habe die private Weltbanktochter IFC seit 2010 allein in dieser Region ihre Investitionen in Unternehmen mit Bezug zu Steueroasen mehr als verdoppelt: von 1,2 Milliarden US-Dollar auf 2,87 Milliarden.

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